Advent, Advent, ein Lichtlein brennt…

Schon seit Oktober begegnet uns die kommende Zeit auf Schritt und Tritt: weihnachtliche Dekorationen in Geschäften und Straßen, Lebkuchenduft, Ideen für Weihnachtsgeschenke auf Pinterest und Instagram. Der Advent ist eine ganz besondere Zeit im Jahr – was macht diese Zeit aus und worum geht es eigentlich?

warten

Eine Zeitspanne von etwa vier Wochen gibt uns die Möglichkeit uns zu freuen, uns auf das Geburtsfest von Jesus vorzubereiten und dieses zu erwarten. Warten ist oft etwas, das nervig und langweilig ist. Doch im Advent zelebrieren wir das Warten. Besonders dann, wenn wir uns Zeit nehmen für Menschen, die uns viel bedeuten. Wenn wir in der Familie die Kerzen am Adventkranz anzünden und miteinander beten, singen und Geschichten erzählen.

 

adventus

Das Wort „Advent“ kommt aus der lateinischen Sprache, „adventus“ bedeutet Ankunft und Erwartung. In römischer Zeit wurde der erste offizielle Besuch eines Herrschers oder die Thronbesteigung eines Kaisers als „adventus“ bezeichnet. Wir ChristInnen erwarten im Advent die Ankunft des Gotteskindes, indem wir uns an die Geburt Jesu erinnern und den Glauben daran, dass Gott auch heute zu uns in die Welt kommt.

 

Fastenzeit

Der Advent beginnt mit dem 1. Adventsonntag, der zugleich der Beginn eines neuen Kirchenjahres ist. Auch der 24. Dezember zählt noch zum Advent, erst am Abend dieses Tages beginnt dann Weihnachten.

Erste Spuren einer Adventszeit finden sich im Osten bereits um 400 n.Chr. und im Westen um 500, wo diese Vorbereitungszeit auf Weihnachten ursprünglich als Fastenzeit eingeführt wurde und vom 11. November bis zum 6. Jänner dauerte. Heute ist der Advent weniger eine Bußzeit, sondern eine freudige Zeit mit dem Blick auf die Menschwerdung Gottes.

Was uns allerdings noch an die Zeit der Buße erinnert, ist die liturgische Farbe violett, die den Advent als von der Vorbereitung auf das nahende kirchliche Hochfest „geprägte“ Zeit kennzeichnet.

 

Adventkranz

Ein wichtiger und heute nicht mehr wegzudenkender Brauch ist der Adventkranz. Er ist eine Erfindung des evangelischen Theologen Hinrich Wichern (1808-1881), der in Hamburg ein Waisenhaus gegründet hatte und dort jeden Adventstag zur Freude der Kinder ein neues Licht auf ein großes Wagenrad steckte und mit ihnen feierte.

Erst später um die Jahrhundertwende kam dann der grüne Tannen- oder Fichtenkranz auf, der ursprünglich drei violette und eine rosa Kerze trug.

Die rosa Kerze ist bestimmt für den 3. Adventsonntag. An diesem Sonntag steht ganz besonders die Freude auf die nahe Geburt Jesu im Mittelpunkt und dieser Tag heißt daher auch „Gaudete“ („Freuet Euch“).

Das Entzünden der Kerzen, die Zunahme des Lichtes gilt als Ausdruck der steigenden Erwartung der Geburt Jesu Christi, den wir in unserem christlichen Glauben ja als das „Licht der Welt“ bezeichnen.

 

So wie die Kerzen und Lichter die dunklen Tag des Advents hell machen, so setzen wir unsere Hoffnung auf Jesus, der ein Licht ist für unser Leben.

 


Weitere Hinweise, Gestaltungsideen und Anregungen zum Advent: www.familien-feiern-feste.net/

 


aus aus KinderGottesdienstGemeinde Nr. 106

Michaela Druckenthaner

ist Theologin und Geistliche Assistentin sowie Kinderpastoralreferentin bei der Katholischen Jungschar Linz.

Christine Gruber-Reichinger

ist als Pfarrassistentin in der Pfarre Höhnhart tätig und mag es von Herzen gern mit Kinder über Gott und die Welt zu reden und mit ihnen den Glauben zu feiern.