
Was kann diese Stunde ermöglichen?
Die Kids sollen überlegen, was ihnen beim „Flirten“ gefällt und was sie als unangenehm empfinden.
Damit muss auch gerechnet werden
Manchmal ist der Druck, einen Freund oder eine Freundin zu haben, in diesem Alter recht groß - darum aufpassen: ein unsensibler Umgang mit diesem heiklen Thema kann mitunter sehr kränkend sein!
Beziehung wörtlich
Die Kids versuchen möglichst viele Redensarten zu finden, die eine partnerschaftliche Beziehung beschreiben. Diese Redensarten sollen dann so wörtlich als möglich einzeln, zu zweit, in kleinen Gruppen pantomimisch dargestellt werden.
Zum Beispiel:
- miteinander gehen
- sich jemanden anlachen
- auf jemanden stehen
- jemanden zum Fressen gern haben
- auf jemanden abfahren
- jemanden antörnen
Let’s go loving?
Was beim Anbandeln alles läuft, lässt sich gut in Form eines Rollenspiels darstellen. Die Kids sollen sich jeweils zu zweit zusammenfinden und überlegen, wie sie den anderen diese Szene und deren „Folgen“ vorspielen wollen. Es ist oft auch interessant zu vergleichen, wie verschieden dieselbe Situation gespielt wird.
Mögliche Situationen:
Alex, 14 Jahre:
Dein Freund Stefan hat dich überredet, auf eine Party mitzukommen. Eigentlich hattest du keine rechte Lust dazu, und die Sache wird auch fürchterlich langweilig. Gerade, als du überlegst, ob es nicht besser wäre, wieder abzuhauen, entdeckst du ein auffallend hübsches Mädchen, das sich mit ein paar Knabbereien in eine Ecke zurückgezogen hat. Du überlegst, wie du mit ihr in Kontakt kommen könntest.
Nina, 13 Jahre:
Deine beste Freundin Julia hat dich zu ihrer Party eingeladen. Du kümmerst dich um Getränke und Knabbereien, aber es kommt keine rechte Stimmung auf. Auch die meisten Partygänger+innen interessieren dich nicht besonders. Ein Junge ist dir aufgefallen, der sich offensichtlich auch recht langweilt. Du setzt dich mit einer Tüte Chips in eine Ecke und wartest, ob er das wohl bemerken wird.
Vielleicht haben die Kids eigene Ideen für Situationen, die sie im Spiel erproben wollen.
Dilemma
Schnell tauchen leider oft auch Probleme auf. Wenn man da eine gute Beratung bekäme, wäre vieles - so glaubt man - leichter. Ein Gruppenmitglied schlüpft in die Rolle der/ des Betroffenen und erzählt ihr/sein Problem. Dabei können auch eigene Situationen erfunden und hinzugedichtet werden. Die anderen bilden eine Berater*innengruppe, wobei auch hier unterschiedliche Rollen besetzt werden: der beste Freund, die heimliche Rivalin, die strenge Mutter usw. Zur besseren Identifikation können für das Spiel einzelne Kleidungsstücke oder Accessoires verwendet werden.
Monika, 15 Jahre:
Seit drei Wochen bin ich mit Marcell, 17, zusammen. Er ist wahnsinnig cool und meine Mitschülerinnen beneiden mich alle, obwohl er vor mir schon ein paar andere Freundinnen hatte. Meine Mutter meint er ist ein Holodri, bei dem Mädchen vorsichtig sein müssen. Wenn sie wüsste, dass ich mit Marcell gehe, wäre sie enttäuscht von mir. Seit gestern bedrängt mich Marcell immer mehr, dass ich mit ihm schlafen solle, um ihm damit meine Liebe zu beweisen. Ich fühle mich aber noch nicht reif dazu und weiche ihm immer aus. Ich habe Angst, ihn zu verlieren, wenn ich weiterhin Nein sage. Was soll ich tun?
Ralph, 14 Jahre:
In meiner Klasse ist ein Mädchen, in das ich total verliebt bin. Sie ist genau mein Typ, hat dunkle Haare und wunderschöne, glänzende Augen. Sie sitzt ein paar Reihen vor mir und ich verpasse immer mehr vom Unterricht, weil ich sie andauernd ansehen muss und von ihr träume. Die anderen machen schon blöde Witze, was mich total nervt. Ich versuche mir nichts anmerken zu lassen. Seit gestern weiß ich, dass sie auf einen älteren Typen aus einer anderen Klasse steht. Ich bin verzweifelt. Was soll ich tun?
Tipps und Tricks zum Anbandeln
Schreibe folgende Zitate in überdimensionale Sprechblasen und hänge diese im Gruppenraum (vielleicht bereits vor der Gruppenstunde) auf.
Die Kids werden aufgefordert, die Texte genau durchzulesen und anschließend jene Sprechblase auszuwählen, die am ehesten der persönlichen Strategie beim Anmachen entspricht. Wenn sich bei einer Sprechblase mehrere Kids treffen, so bilden diese eine Kleingruppe und erzählen einander von eigenen Erlebnissen, die zu diesem Zitat passen. Texte für Sprechblasen:
- Ich stell‘ mich an die Bar und blicke gelangweilt durch den Raum.
- Ich spiel‘ erschöpft und setz‘ mich dem Jungen einfach auf den Schoß.
- Ich stell’ mich ganz knapp zu ihr, bis sie mich anschaut, dann frag‘ ich sie etwas Belangloses.
- Ich schreib’ ihm einen kleinen Brief und lass’ ihn von meiner Freundin mit lieben Grüßen überbringen.
- Ich lade sie auf ein Getränk ein.
- Wenn er herschaut, lächle ich ihm zu und zwinkere.
- Beim Tanzen drücke ich sie einfach fest an mich.
- Ich tue, als ob ich furchtbar traurig wäre, dann legt er sicher seinen Arm um mich.
- Ich übertreibe riesig und flehe sie laut an, meine Geliebte zu werden.
Abschlussreflexion
Wahrscheinlich wird gerade beim Thema Anmachen deutlich, dass damit auch konkrete Erwartungen an bestimmte Rollen der Buben wie auch der Mädchen verbunden sind. Es kann sinnvoll sein, Mädchen und Buben manche Fragestellungen zuvor unter sich diskutieren zu lassen. In der gemeinsamen Austauschrunde sollten neben allgemeinen Überlegungen zum Anbandeln auch persönliche Erfahrungen der Kids zur Sprache kommen.
- Was war das Originellste, was das Blödeste, was ich erlebt oder wovon ich gehört habe?
- Wie erleben wir die Jungen, wie die Mädchen?
- Gibt es typische Unterschiede?
Material
Plakat, Stifte, Rollenbeschreibungen, ev. Verkleidungskiste, vorbereitete Sprechblasen, Klebestreifen





