
Die Legende vom Mantelteilen
Martin unterschied sich schon von Anfang an von den anderen Soldaten. Er war zuvorkommend und hilfsbereit. Seine Kameraden bewunderten seine Nächstenliebe und hielten ihn schon damals für mehr als nur einen Soldaten.
Eines Abends war er mit Waffen und einem Soldatenmantel unterwegs, als er am Straßenrand einen Bettler sah, der am Erfrieren war. Sehr viele Menschen beachteten den Mann nicht, sahen ihn nicht oder wollten ihn nicht sehen. Martin aber hatte starkes Mitgefühl und wollte dem Armen helfen. Da er nichts außer dem Mantel bei sich hatte, überlegte er nicht lange, nahm sein Schwert und teilte den Mantel in zwei gleich große Stücke. Eine Hälfte gab er dem Armen und mit der anderen umhüllte er sich selbst so gut es ging. Bald war schon ein lautes Gelächter zu hören, einige Menschen fanden es lustig, wie Martin aussah. Andere hingegen hatten Mitleid mit ihm, da sie wohlhabender als Martin waren und sie ohne Probleme dem am Boden liegenden Bettler hätten helfen können ohne Spott zu ernten.
In der gleichen Nacht noch begegnete Jesus Martin im Schlaf. Jesus war mit der Hälfte des Mantels bekleidet, die Martin am Tag zuvor dem Armen geschenkt hatte. Im Traum sprach Jesus zu einer Engelschar: Auch wenn Martin noch nicht getauft ist, hat er mich mit diesem Mantel bekleidet. „So erkannte Martin, dass er am Tag zuvor in dem Armen Jesus Christus bekleidet hatte. In seiner Tat wurde die Güte Gottes sichtbar. Deshalb verließ er das Heer und als er 18 Jahre alt war, ließ sich taufen und trat als Mönch in den Dienst Gottes.
Auch nach seiner Taufe zeigte er ein Verhalten wie ein Christ. Martin stand den Kranken bei, half ihnen und auch den Armen, gab Hungernden etwas zu essen und schenkte bedürftigen Menschen Kleidung. Von seiner Bezahlung, die er als Soldat verdient hatte, behielt er nur das Geringste, das er für das tägliche Leben benötigte.
Auch sein Leben, das er stets in Askese lebte, sorgte bei den Bürgerinnen und Bürgern für Begeisterung und so wollten sie ihn zum neuen Bischof von Tours küren. Martin jedoch war dagegen und versteckte sich einer Legende zufolge in einem Gänsestall. Durch das Geschrei der Gänse wurden die Menschen jedoch auf ihn aufmerksam und machten Martin dann doch zum neuen Bischof von Tours. Dies war im Jahre 371 nach Christus.
Martinsgebet
Wärme kann ich teilen,
dann wird es mir und anderen
warm ums Herz.
Freude kann ich teilen,
dann freuen sich andere mit.
Die Freude wird doppelt groß.
Brot kann ich teilen,
dann werden auch die anderen satt.
Gott, gib uns ein Herz,
wie Sankt Martin es besaß,
bereit zum Teilen und schenken.
Amen.
Martinsbrezel
Zutaten:
- 250g Weizenmehl
- 20g frische Hefe
- 125ml Milch
- 40g Zucker
- 40g Butter
- 1 Ei
- 1 Prise Salz
- 1 Eigelb
- 1 EL Milch
- Gib Mehl in eine Schüssel. In der Mitte drückst du eine Mulde, in die du die Hefe hineinbröckelst.
- Erwärme die Milch und gieße sie zur Hefe. Mit etwas Mehl und 1 Teelöffel Zucker verrührst du alles zu einem Brei.
- Lass den Teig ungefähr 15 Minuten zugedeckt an einem warmen Ort gehen.
- Zerlasse die Butter und verschlage sie mit Ei, Zucker und Salz.
- Gib alles zum Vorteig und verarbeite es mit einem Rührgerät zu einem geschmeidigen Teig.
- Nochmals lässt du den Teig 15 Minuten gehen.
- Rolle den Hefeteig in zwölf 15 cm lange Rollen. Drehe jede Rolle zu einer kleinen „Hefebrezel“ und lege sie auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech.
- Verquirle das Eigelb und die Kondensmilch und bestreiche die „Hefebrezel“ damit.
- Die „Hefebrezel“ backst du im vorgeheizten Backofen (200° Ober/Unterhitze – Umluft 180° C – Gas Stufe 3) 15 bis 20 Minuten (je nach Backofen) und servierst sie lauwarm.
Martinsmantel
Material: rotes Tuch, Stofffarben
Nimm ein rotes Tuch und lege dieses in die Kreismitte, das Tuch wird zum Martinsmantel. Die Kinder malen mit verschiedenen Stofffarben auf das Tuch und schreiben, „was wir zum Leben brauchen“ und „Was wir teilen können“. Falls ihr ein Martinspiel macht, könnt ihr diesen Mantel verwenden, der dann von Martin geteilt wird. Ansonsten könnt ihr den Mantel aufhängen oder jede*r bekommt ein Stück davon als Erinnerungsstück.
Laterne mit Wachs und Farben
Material: großes leeres Glas, DIN A4-Papier weiß, Wasserfarben, Kerzen in verschiedenen Farben, Teelichter
Zünde mehrere Kerzen an. Sobald das Wachs flüssig ist, tropfen die Kinder langsam und vorsichtig kleine Wachspunkte auf das Blatt Papier. Unterstütze die Kinder, falls sie Hilfe brauchen.
Nachdem das Kerzenwachs fest ist, malen die Kinder das ganze Blatt mit dunkelblauer Wasserfarbe aus. Sobald alles trocken ist, klebt ihr das Blatt Papier mit der Wachsseite innen auf die Gläser (am besten mit einer Heißklebepistole). Stellt ein Teelicht in die Gläser und die Laternen sind fertig. Wer noch Lust hat, kann die Laternen mit einer Schleife oder bunten Bändern um die Glasöffnung herum verzieren.
Liedvorschläge für den Laternen-Umzug
- Durch die Straßen auf und nieder (Text: Lieselotte Holzmeister; Musik: Richard Rudolf Klein)
- Zünd ein Licht an (Text und Musik: Kurt Mikula)
- Tragt in die Welt nun ein Licht (Text und Melodie: Wolfgang Longardt)
Quelle: Aus dem „News“ der Katholischen Jungschar Südtirols Nr.1 2017/2018.





