Jeanne Baret und der große Piratenschatz

03.07.2022 | von Lukas Öttl
Ein Schiff, eine paradiesische Insel, ein riesiger Piratenschatz - und eine Abenteurerin in Männerkleidern: Entdecke hier die Geschichte von Jeanne Baret – frei erfunden nach einer wahren Begebenheit!
Alter
Alter
7-9 Jahre
Gesamtzeit
Gesamtzeit
60 Minuten
Kinderanzahl
Kinderanzahl
ab 5 Pers.

Einleitung

Frankreich, Brest, im Jahre 1766. Der Seefahrer und Offizier Louis Antoine de Bougainville und sein Freund, der Biologe Philibert Commerson,  bereiten sich auf ihre erste Weltumsegelung vor: Sie wollen neue interessante Pflanzen, Tiere und Völker kennenlernen, aber viel wichtiger noch: Sie sind auf der Suche nach einem Schatz, den Piraten einst irgendwo auf den Molukken, einer Inselgruppe in der Nähe von Indonesien, versteckt haben.

Allerdings ist noch jemand daran interessiert, auf die Weltumsegelung mitzukommen und den Schatz zu finden: Philiberts Assistentin Jeanne Baret. Doch einer Frau ist es zu dieser Zeit nicht erlaubt, auf große Fahrt zu gehen. Jeanne hat dafür eine einfache Lösung: Sie zieht die alten Kleider ihres Bruders an, klebt sich einen künstlichen Schnauzbart unter die Nase und versteckt die langen Haare unter einem Hut.

Der Offizier de Bougainville, Philibert und Jeanne fahren also ab. Kaum sind sie mitten im Atlantischen Ozean, ist die Stimmung auf der Fregatte schlecht und die Männer werden misstrauisch: Einer unter ihnen scheint ganz und gar nicht wie sie zu sein. „Mist!“, dachte Jeanne, als einer der Seeleute ihr den Hut vom Kopf nimmt. „Seht, das ist eine Frau!“, schreit er. Die Seeleute sind in vollem Aufruhr, sie wollen mit Jeanne nicht weitersegeln, ja sie gar einfach im Ozean versenken. Doch Jeanne schafft das beinahe Unmögliche: Sie überzeugt die Seeleute, ihren Chef Philibert und den Offizier Bougainville sie mitzunehmen. Ja, sie schafft es sogar die Seeleute wieder zu motivieren:

 

Spiel: Ahoi-Schrei

Alle Seeleute stellen sich in einem Kreis auf. Sie zählen mit den Fingern einer Hand bis drei: Eins, zwei, drei! Bei drei strecken sie die Hände in die Mitte des Kreises, sodass sich die Handflächen berühren und schreien: „Ahoi!“ Die Seeleute wiederholen diesen Motivationsschrei dreimal.

Die Seeleute sind voller Tatendrang: Es vergehen etliche Monate auf hoher See, schließlich landen sie auf einer einsamen Insel in der Gruppe der Molukken. Sie sehen weder Mensch noch Tier, nur einen langen Sandstrand und einen gewaltigen Urwald, der sich im Landesinneren befindet. Der Offizier de Bougainville weist die Seeleute an nach Nahrung zu suchen.

 

Spiel: Inselgrillerei

Die Seeleute stehen im Kreis. Jeder Matrose und jede Matrosin nennt ein Nahrungsmittel, dass er oder sie am Strand gefunden hat (z. B. Kokosnuss, Krabbe, Fisch, Krebs, Banane, Mango etc.), vielleicht haben auch mehrere Seeleute dieselben Lebensmittel gefunden. Die anderen Seeleute passen jedenfalls gut auf. Ein Matrose oder eine Matrosin stellt sich in die Mitte des Kreises, ruft laut ein Lebensmittel und versucht eine Kollegin oder einen Kollegen zu berühren, der/die dieses Lebensmittel genannt hat. Ist das Lebensmittel korrekt, kommt der/die Kolleg*in in die Mitte. Man kann sich aber davor schützen in die Mitte zu müssen: Man kann schnell ein anderes Lebensmittel rufen, der Matrose/die Matrosin in der Mitte muss dann jemanden, der dieses Lebensmittel am Anfang genannt hat, berühren.

Spezialregel 1: Der Matrose/die Matrosin kann auch zwei Lebensmittel nennen, dann müssen die betreffenden Kolleg*innen die Plätze tauschen und der Matrose/die Matrosin in der Mitte darf einem/einer anderen den Platz wegschnappen.

Spezialregel 2: Der Matrose/die Matrosin in der Mitte kann auch „Inselgrillerei“ rufen: Dann müssen alle Lebensmittel die Plätze tauschen, er/sie kann sich einen Platz im Kreis schnappen.

Die Seeleute sind sattgegessen, Philibert und Jeanne sitzen am Lagerfeuer. Da hat Jeanne eine Idee: „Philibert, was hältst du davon, wenn wir jetzt sofort gemeinsam in den Dschungel aufbrechen und den Schatz suchen? Dann müssen wir dem Offizier nichts davon abgeben, er kommandiert uns die ganze Zeit ja nur herum!“ Philibert ist einverstanden und so brechen die beiden auf. Schon am Anfang müssen sie sich durch ein Dickicht von Lianen, riesigen Wurzeln und Dornensträuchern hindurch.

 

Spiel: Dschungel

Ungefähr zwei Drittel der Kinder stellen sich gegenüber auf und bilden mit Händen und Füßen einen Dschungel. Zwei Kinder, Philibert und Jeanne, versuchen sich durch dieses Dickicht zu zwängen. Haben sie es geschafft, verstärken sie den Dschungel von hinten. Die zwei Kinder ganz vorne werden zu Jeanne und Philibert und bahnen sich ihren Weg durch den Dschungel.

Jeanne und Philibert sind endlich bei einer Lichtung angelangt. Das muss der sagenumwobene Hain sein, auf dessen anderer Seite sich der Piratenschatz befindet. Doch da sehen die beiden eine riesige Schlange, die den Schatz zu bewachen scheint. Philibert und Jeanne nähern sich ihr. Ganz vorsichtig versuchen sie das Tier zu schnappen.

 

Spiel: Schlange im Gras

Ein Kind legt sich auf den Boden und schlängelt sich dort wie eine Schlange. Alle Kinder, genau wie Philibert und Jeanne, berühren die Schlange. Doch sobald irgendjemand „Schlange im Gras!“ ruft, streckt die Schlange ihre Arme aus und versucht ein Kind zu fangen. Gelingt ihr das, ist das gefangene Kind die neue Schlange. Gelingt es einer Schlange dreimal hintereinander nicht ein Kind zu fangen, übernimmt ein anderes Kind die Rolle der Schlange.

Gott sei Dank! Endlich ist die Schlange erledigt! „Gut haben wir das gemacht, Jeanne!“, sagt Philibert. Die beiden überqueren die Wiese und kommen zu dem Platz, an dem eigentlich der Schatz sein sollte, doch es ist nichts zu sehen. „Wo ist denn nur der Schatz hin?“, fragt Philibert. Die beiden sehen sich ratlos an, da ruft Jeanne: „Schau da, unter den Wurzeln dieses Baumes ist eine Kiste!“ Und tatsächlich: Sie holen die Kiste und öffnen sie: So viele Goldstücke! „Die ganze Kiste können wir nicht mitnehmen, die ist viel zu schwer. Aber wenn wir für jeden von uns und für alle Seeleute jeweils ein Goldstück mitnehmen, können wir das bestimmt tragen!“, schlägt Jeanne vor. Philibert nickt zustimmend und sie füllen ihre Taschen, gehen zurück zum Strand und feiern mit den anderen Seeleuten ein großes Fest.

Optionale Anerkennung am Ende: Schokolademünzen

Tipp

Entdecke hier weitere faszinierende Geschichten von Abenteurerinnen: www.nationalgeographic.de

Lukas Öttl

studiert Latein und Griechisch, lebt also mehr in der Antike als im Jetzt. Er hat einen italienischen Pass und liebt Kaffee, Mozzarella und Parmesan. Wäre er ein römischer Gott, hieße er Somnus, das heißt Schlaf. Nachtschichten gibt’s bei ihm also keine, neue Artikel zahlreiche.