Mein ganz persönliches Abenteuer

06.05.2022 | von Elisabeth Mülleder
Wenn man das Wort Abenteuer hört, denkt man vermutlich zuallererst an gefährliche Situationen oder ungewöhnliche Begebenheiten. Doch dabei vergessen wir, dass wir uns alle täglich in einem Abenteuer befinden: unserem eigenen Leben. Aber was tut sich eigentlich in diesem Abenteuer? In dieser Gruppenstunde geht es genau darum – um eine Reflexion des ganz persönlichen Abenteuers, des eigenen Lebens.
Kinderanzahl
Kinderanzahl
ab 5 Pers.
Alter
Alter
12-14 Jahre
Gesamtzeit
Gesamtzeit
90 Minuten

Fantasiereise

Um einen Einstieg in die Thematik zu schaffen, eignet sich eine Fantasiereise besonders gut. Dadurch werden die Kinder ruhig und können den Fokus auf Innen legen. Außerdem dient die Traumreise dazu, dass sich die Kinder erste Gedanken über ihr eigenes Leben machen. Damit alle entspannen und sich vollkommen auf die Fantasiereise einlassen können, machen es sich alle gemütlich. Die Kinder verteilen sich im Raum, legen sich nieder oder bleiben sitzen. Achte darauf, dass alle die Augen schließen und lies die Fantasiereise langsam und mit ruhiger Stimme vor. Baue genügend Pausen ein, damit die Kinder genug Zeit haben, um sich alles vorzustellen. Im Hintergrund kannst du auch ruhige Musik abspielen. Wenn der Text zu Ende ist, gib den Kindern etwas Zeit, um wieder langsam zurück in die Gruppenstunde zu kommen.

 

Den eigenen Lebensweg gehen

Die Kinder haben durch die Fantasiereise mental einen kurzen Rückblick auf ihr Abenteuer Leben erhalten. Jetzt geht es darum, dass sich die Kinder aktiv Gedanken darüber machen. Dazu gehen sie ihren Lebensweg gedanklich, aber auch physisch. Hier ist es gut, wenn ihr nach draußen geht und eine vorher ausgemachte Strecke als Lebensweg definiert. Ihr könnt auch schon mit der Fantasiereise im Garten beginnen und danach eine Runde durch den Garten gehen, das Ziel ist dann der Gruppenraum.

Schicke die Kinder in Abständen von ein paar Minuten auf diese ausgemachte Strecke los. So haben alle genug Zeit und niemand fühlt sich gestresst. Jedes Kind bekommt sieben kleine Steine. Während die Kinder den Weg entlang gehen, denken sie zurück an das, was sie bis jetzt erlebt haben und auch an das, was sie in der Fantasiereise gesehen haben. Sie gehen also ihren bisherigen Lebensweg. Wenn sie an einem besonders prägenden Ereignis vorbeikommen – ganz egal, ob das glückliche oder traurige Momente waren, legen sie einen der Steine auf dem Boden ab. Schaffe am Ende des Weges (zum Beispiel im Gruppenraum) eine angenehme Atmosphäre (zum Beispiel durch ruhige Musik) und achte darauf, dass es leise ist. Hier warten die Kinder, bis alle angekommen sind.

 

Reflexion über das eigene Abenteuer

Wenn alle Kinder zurück im Jetzt und im Gruppenraum sind, geht es darum, sich die gemachten Erfahrungen bewusst zu machen. Dafür bekommt jedes Kind Stift und Papier in verschiedenen Formen. Die Kinder machen sich Gedanken über folgende Fragen und schreiben ihre persönlichen Antworten nieder. Für jede Antwort gibt es ein Blatt Papier in einer bestimmten Form.

  • Welche Abenteuer erlebst du gerade, was ist bei dir los?
    • Die Antwort kommt in eine Sprechblase.
  • Was ist dir in deinem Leben gerade besonders wichtig?
    • Die Antwort kommt in einen Pfeil.
  • Was ist dein größtes Hobby, was machst du am liebsten?
    • Die Antwort kommt in ein Herz.
  • Was sind deine größten Stärken?
    • Die Antwort kommt in einen Stern.
  • Worauf bist du besonders stolz?
    • Die Antwort kommt in eine Sonne.
  • Was macht dich besonders glücklich?
    • Die Antwort kommt in einen Kreis.
  • Was sind deine Träume?
    • Die Antwort kommt in eine Wolke.

Schreibe diese Fragen auf ein Plakat, damit sie jede*r während der Reflexion gut sehen kann. Gib den Kindern genug Zeit und lass zu, dass sie sich im Raum verteilen, damit jede und jeder entspannt in sich gehen kann. Auch hier kann es helfen, wenn du zur Untermalung ruhige Musik abspielst. Diese Aufgabe erledigen die Kinder allein, sie können sich aber auch austauschen, wenn sie wollen. Die Zettel mit ihren Gedanken nehmen sie dann mit nach Hause. Wer möchte, kann die Antworten mit der Gruppe teilen.

 

Abschlussspiel

Am Ende der Gruppenstunde gibt es ein kurzes Spiel, um die Kinder nach diesen tiefen Gedankengängen wieder etwas aufzulockern und noch einmal die wichtigsten Erkenntnisse der Reflexion zu teilen. Dazu eignet sich eine Abwandlung des Spiels „Ich packe in meinen Koffer“. Die Kinder packen gemeinsam den Jungschar-Koffer für das Abenteuer des eigenen Lebens und nehmen das mit, was ihnen nach der Reflexion am wichtigsten erscheint. Das könnte ihr liebstes Hobby, ihre beste Freundin, ihr bester Freund oder auch ihre größte Stärke oder schönste Erinnerung sein. Ein Kind, z.B. Jana, beginnt und sagt „Ich packe unseren Jungschar-Koffer mit meiner Familie“. Das nächste Kind packt dann in den Koffer nicht nur seine eigene Erkenntnis, sondern auch die des Kindes davor. Also beispielsweise: „Ich packe unseren Jungschar-Koffer mit Janas Familie und Fußball spielen“. So geht es reihum, bis alle dran waren und der Koffer voll ist.

Alternativ kannst du die Gruppenstunde auch mit einer kurzen „Wie-geht’s-mir-Runde“ beenden. Hier erzählt jedes Kind, wie es ihr oder ihm gerade – und speziell nach dieser Reflexion – geht. Dabei entscheidet jede*r individuell, wie viel sie oder er erzählen möchte.

 


Material

Fantasiereise, kleine Steine (sieben pro Person), Stifte, Papier in verschiedenen Formen, eventuell Musik

Elisabeth Mülleder

ist 2001 geboren und studiert jetzt Publizistik und Biologie in Wien. Am liebsten würde sie jeden Tag Nudeln essen und, wenn sie könnte, die ganze Welt bereisen.