Wir haben Rechte!

14.06.2021 | von Magdalena Schobesberger
Antonio aus Brasilien hat einen Brief geschickt. In dieser Gruppenstunde schauen wir uns das Thema Kinderrechte genauer an. Dies ist eine vertiefende Gruppenstunde zum Escape Room „Dem Stern auf der Spur“. Sie kann aber auch unabhängig vom Escape Room durchgeführt werden.
Kinderanzahl
Kinderanzahl
ab 5 Pers.
Alter
Alter
7-9 Jahre
Gesamtzeit
Gesamtzeit
90 Minuten

Post aus Brasilien

Antonio aus Brasilien hat einen Brief geschickt, in dem er die Kinderrechte erwähnt. Diese gelten hier bei uns und auch in Brasilien. Lest Antonios Brief gemeinsam durch und interviewt euch anschließend gegenseitig zum Thema Kinderrechte.

 

Interviews

Geht im Raum umher und befragt euch zu folgenden Fragen:

  1. Was sollen alle Kinder haben?
  2. Was sollen alle Kinder dürfen?
  3. Welche Rechte sollen alle Kinder haben?
  4. Was brauchen alle Kinder?

 

Kinderrechte-Quiz

Welche Kinderrechte gibt es nun wirklich? Im Kinderrechte-Quiz könnt ihr euer Wissen überprüfen und vertiefen. Setzt euch im Kreis auf den Boden. Wer glaubt, dass eine Aussage wahr ist, also tatsächlich ein bestehendes Kinderrecht, steht auf. Wer meint, dass eine Aussage ist falsch ist und kein Kinderrecht darstellt, bleibt sitzen. Löse immer gleich auf, was die richtige Antwort ist.

  • Kinder haben das Recht auf beide Eltern. Leben die Eltern nicht zusammen, haben die Kinder das Recht sich regelmäßig mit Mutter oder Vater zu treffen. ✓
  • Kinder haben das Recht auf Taschengeld. x
  • Kinder haben das Recht so gesund wie möglich zu leben, Geborgenheit zu finden und keine Not zu leiden. ✓
  • Kinder haben das Recht im Krieg und auf der Flucht besonders beschützt zu werden und in anderen Ländern Schutz und Hilfe zu erhalten. ✓
  • Kinder haben das Recht auf ein Haustier. x
  • Kein Kind darf wegen seiner Hautfarbe, Sprache, Religion oder weil es ein Mädchen oder ein Junge ist, benachteiligt werden. ✓
  • Kinder haben das Recht auf Selbstbestimmung, wann sie ins Bett gehen. x
  • Kinder haben das Recht sich zu informieren, zu sagen, was sie denken und mit zu entscheiden. ✓
  • Kinder haben das Recht in den Kindergarten und zur Schule zu gehen und zu lernen, was für ihr Leben wichtig ist. ✓

Die UN-Kinderrechtskonvention hat insgesamt 54 Artikel, deren Ziel es ist, die Rechte des Kindes auf lokaler, nationaler und internationaler Ebene weltweit umzusetzen. Fast alle Staaten der Erde haben die UN-Kinderrechtskonvention unterschrieben (nur die USA und Somalia nicht).

 

Ein Schritt nach vorne

Die Kinderrechte gelten also weltweit und für alle Kinder. Schaut euch in der nächsten Übung die Lebenssituationen von Kindern aus verschiedenen Teilen der Welt an.


Du als GruppenleiterIn hast Kärtchen vorbereitet, auf denen jeweils ein Steckbrief mit Rollenbeschreibung steht. Je nach Gruppengröße bekommt nun jedes Kind bzw. jede Zweiergruppe ein Kärtchen und liest sich durch, wen sie vertreten. Achtung: sie sollten ihre Rolle den anderen Kindern noch nicht verraten. Bei Fragen und Unklarheiten kannst du ihnen helfen. Nun stellen sich alle Kinder in einer Reihe auf. Du hast verschiedene Eigenschaften/Situationen vorbereitet, zum Beispiel:

  • hat Wohnung/Haus
  • geht in die Schule
  • die Familie hat Geld für Freizeit-Aktivitäten
  • bekommt genug zu essen von den Eltern
  • hat ausreichend Privatsphäre
  • hat genügen Zeit zum Spielen
  • hat sauberes Wasser zu trinken
  • darf vieles selbst bestimmen
  • darf sagen, was er/sie denkt
  • hat Hefte, Stifte und alles, was sie/er für die Schule braucht
  • muss nicht arbeiten

Nun liest du die erste Situation vor und alle Kinder, die das betrifft und bejahen können gehen einen Schritt nach vorn. Bei "geht in die Schule" wird zB. Miguel aus Kolumbien stehen bleiben, während Sebastian aus Österreich einen Schritt vorgehen darf. Je weniger ein Kind in seinen Rechten eingeschränkt ist, desto weiter nach vorn wird es gehen dürfen. Für manche Situationen gibt es keine explizite Erwähnung in der Rollenbeschreibung. Hier sollen die Kinder selbst entscheiden und auswählen, wie es sein könnte.

Zum Schluss bleiben alle Kinder stehen, manche haben einen weiteren Weg zurückgelegt als andere. Nun darf jedes Kind/jede Zweiergruppe ihre Rolle vorstellen und auch sagen, wie es sich bei den unterschiedlichen Situationen gefühlt hat. Hier seht ihr nun ganz gut, dass es sehr unterschiedlich ist, welche Rechte tatsächlich im Alltag eines Kindes umgesetzt werden.  Es gibt hier bei vielen Kategorien und Antworten kein eindeutiges richtig oder falsch, es geht vielmehr darum, dass ihr ins Gespräch kommt und euch in unterschiedliche Situationen hineinversetzt.1

1 aus einer Gruppenstunde der Jungschar Wien

 

Kinderrechte Activity

Als Abschluss spielt ihr gemeinsam Activity mit Begriffen rund um die Kinderrechte. Schneide dazu die Kärtchen aus der Vorlage. Bei jedem Begriff ist ein Symbol abgebildet. Der Mund bedeutet, dass der Begriff erklärt werden muss, der Stift bedeutet, dass gezeichnet wird und das Strichmännchen, dass Pantomime das Mittel der Wahl ist. Ihr braucht noch Zettel und Stifte und los geht’s!

Je nach Gruppengröße teilt euch in zwei Gruppen oder spielt gemeinsam in der großen Gruppe. Eine Person zieht ein Kärtchen und hat die Aufgabe, den Begriff zu erklären, zu zeichnen oder pantomimisch darzustellen. Die anderen dürfen raten. Wer den Begriff erraten hat, kommt als nächstes an die Reihe. Spielt so lange es Spaß macht. Wenn euch die zu erklärenden Wörter ausgehen, könnt ihr euch selbst noch weitere Begriffe rund um die Kinderechte ausdenken.

 

Reflexion

Reflektiert die Gruppenstunde gemeinsam mit der Fünf Finger Methode. Jeder Finger steht dabei für eine Frage:

  • Daumen: Das war super!
  • Zeigefinger: Das möchte ich mir merken.
  • Mittelfinger: Das ist mir auf die Nerven gegangen.
  • Ringfinger: Dieser Aspekt beschäftigt mich noch.
  • Kleiner Finger: Das ist zu kurz gekommen.

 


Material

Brief von Antonio ausgedruckt, Rollenbeschreibungen auf Kärtchen ausgedruckt, Activity-Kärtchen ausgedruckt

 


Escape Room

Alle Infos zur Entlehnung des Escape Rooms findest du hier.

Du bist stark!
… dann werden alle satt!
Wir haben Rechte!
Magdalena Schobesberger

ist Referentin für voll.bunt und DKA.