Werde Künstler*in!

13.09.2021 | von Sarah Kowatschek
In dieser Methodensammlung findet ihr unterschiedliche Möglichkeiten, wie ihr ganz einfach selbst zu Künstler*innen werdet – angelehnt an die großen Beispiele aus der Kunstgeschichte: von Graffiti über Expressionismus und abstrakte Kunst bis hin zur Land Art. Hier sollte sich für beinahe jeden Geschmack der richtige Kunststil zum Nachahmen finden.
Kinderanzahl
Kinderanzahl
ab 5 Pers.

Schablonengraffiti

Material: Sprayfarben (es kann auch nur Schwarz sein), Papier (am besten dickeres Papier, kann auch Karton sein), Malerband, Stanley-Messer, Schneidunterlage, ein Stück (Karton-)Papier, ev. Zeitschriften als Inspiration

Banksy ist ein sehr bekannter Graffitikünstler. Er ist bekannt für seine Bilder, aber auch für seine Aktionen. Eines seiner Bilder hat er während einer Auktion geschreddert – und dadurch den Wert des Bildes sogar noch gesteigert! Natürlich ist es nicht so leicht legal Graffitis an Wände zu sprühen. Aber es gibt eine Alternative, wie ihr trotzdem Banksy-artige Bilder kreieren könnt: Schablonengraffiti.

Nun bereitet ihr die Schablonen vor. Mit Bleistift zeichnen die Kinder eine Vorlage und schneiden sie mit einem Stanley-Messer aus. Achtung! Bei der Schablone handelt es sich um ein Negativ-Bild. Die ausgeschnittenen Teile werden dann farbig sein.

Wenn die Schablone fertig ist, befestigt diese mit Malerband auf dem dickeren Papier. Jetzt geht ihr am besten nach draußen. Dort verteilt ihr dann (nicht zu intensiv!) mit der Spraydose die Farbe und lasst sie kurz trocknen. Nun entfernt ihr die Schablone und seht das fertige Kunstwerk in seiner ganzen Pracht.

Alternativ bemalt ihr vorher das Papier mit Acryl- oder Wasserfarben oder verwendet buntes Papier zum Besprühen.

 

Gefühle aus Form und Farbe

Auch expressionistische Bilder lassen sich kinderleicht selbst gestalten. Beim Expressionismus geht es darum, Gefühlen Form und Farbe zu geben und nicht darum, etwas wirklichkeitsgetreu darzustellen. Versucht den Kindern das zu erklären,  gebt ihnen Pinsel und Farben und seht, was dabei herauskommt!

 

Abstrakte Farbvariationen

Abstrakte Kunst kann besonders schön werden, wenn man den Kindern möglichst viel Spielraum lässt. Auf unterschiedliche Weise können kreative und coole Kunstwerke entstehen. Hier drei Vorschläge für abstrakte Bilder:

Für alle drei braucht ihr auf jeden Fall Acrylfarben und Papier.

Für Variante eins faltet das Blatt in der Mitte zusammen und wieder auf. Nun tropft ihr unterschiedliche Farben hinein und vermischt sie eventuell mit einem Pinsel. Dann das Papier wieder zuklappen und darüberstreichen. Beim Aufklappen erscheint das Überraschungs-Kunstwerk!

Für die zweite Variante benötigt ihr zusätzlich Murmeln und (flache) Kartons (z.B. Schuhschachteldeckel), in die ihr das Papier hineinlegt. Nachdem ihr ein wenig Farbe auf das Papier getropft habt, übernehmen die Murmeln das Malen: Legt sie auf die Farbtropfen und bewegt den Karton, sodass die Kugeln herumrollen. Schon habt ihr ein meisterhaftes, abstraktes Kunstwerk!

Statt der Murmeln könnt ihr auch einen Föhn zum Einsatz kommen lassen. Tropft die Farbe auf das Papier und föhnt die Tropfen auseinander. Auch so können sich die Farben wunderschön vermischen!

 

Land Art

Eine weitere Art der Kunst, die euren Kindern sicher großen Spaß macht, ist die Land Art. Dabei geht es darum, mit Naturmaterialien in der Natur Kunstwerke entstehen zu lassen. Ein Beispiel dafür sind die Arbeiten des Engländers Andy Goldsworthy. Er nimmt, was er an Ort und Stelle in der Natur findet und macht daraus Kunstwerke, die meist schnell vergänglich sind. Ganz ohne von Menschen geschaffene Hilfsmittel. Steine, Holz, Blätter… alles kann zu einem Kunstwerk werden. Wichtig für ihn ist dabei eine hochwertige Fotodokumentation seiner Kunstwerke.

Versucht es doch mal mit einem großen Steine-Mandala auf dem Pfarrplatz, das ihr bereits im Entstehungsprozess fotografiert. Oder geht im Herbst in den Wald und sammelt bunte Blätter, die ihr am Waldboden zu einem leuchtenden Kunstwerk zusammenbaut. Genauso könnt ihr einen Baum mit seinen fallengelassenen Blättern verkleiden oder was auch immer euch oder den Kindern sonst so einfällt.

Und, hattet ihr nach dieser kleinen Kunst-Stunde bereits eine kreative Eingebung? Dann legt doch am besten bei der nächsten Gruppenstunde gleich los und werdet zu Künstler*innen!

Sarah Kowatschek

ist schon lange Teil der Jungschar und lässt ihre kreativen Ideen in die Beiträge für das voll.bunt einfließen.