Du machst mein Leben hell

06.04.2021 | von Teresa Mayr
Ein Versöhnungsweg im Rahmen der Erstkommunion-Vorbereitung. In diesem Stationenweg sind wichtige Inhalte zum Thema Versöhnung verpackt. Er will einladen, das Thema als Familie zu vertiefen.
Alter
Alter
7-9 Jahre

Vorbereitung

Anleitung für Pfarrverantwortliche oder Religionslehrende

  • Zeitraum überlegen, in dem der Versöhnungsweg gemacht werden kann
    (z.B. an einem Wochenende; wenn viele Kinder den Versöhnungsweg besuchen sollen, dann kann eine Zeiteinteilung vorgenommen werden, damit nicht zu viele Kinder gleichzeitig da sind)
  • Kommunikation über Religionslehrende oder Tischeltern
  • Infos für Eltern und Kinder austeilen
  • Überlegen, wo sich die Stationen befinden sollen z.B. in der Kirche, im Pfarrheim, draußen… (für manche Stationen ist ein Innenraum besser)
  • Material vorbereiten und zu den Stationen geben (genügend Material auch für die Eltern!)
  • immer wieder nachschauen, ob das Material noch da ist
  • Desinfektionsmittel bereitstellen

 

Stationen-Übersicht

  1. Ich bin gut, wie ich bin
  2. Am Ziel vorbei
  3. Gefühle         
  4. Freundschaft mit der Umwelt
  5. Verzeihen oder Nachtragen
  6. Versöhnung
  7. Kraft von oben
  8. gelungene Momente

 

Elternbrief

Information/Einladungsbrief an die Kinder und ihre Eltern

Liebe Kinder! Liebe Eltern! Liebe Verantwortliche in der Erstkommunionvorbereitung!

Wir erfahren in unserem Leben, dass wir manchmal scheitern, nicht richtig handeln und schuldig werden. Diese Erfahrung gehört zum Leben. Doch Gott sagt „ja“ zu uns, so wie wir sind. Das ist ein schöner Gedanke. Auch Jesus hat Menschen Mut gemacht neu anzufangen, wenn sie in eine Sackgasse geraten sind.

Wichtige Inhalte zum Thema Versöhnung sind in diesem Stationenweg verpackt.
Wir laden euch ein, euch gemeinsam als Familie oder als Erstkommuniongruppe auf den Weg zu machen.

Bevor ihr losstartet, noch ein paar Worte zur Erklärung:

  • Ihr braucht circa 1,5 Stunden Zeit und die Bereitschaft, euch auf dieses Erlebnis einzulassen. Außerdem braucht ihr für manche Stationen ein Handy.
     
  • Ihr findet in und um die Kirche acht Stationen zum Thema Versöhnung. Die Stationen kann jede*r im eigenen Tempo für sich machen. Achtet auf den Abstand zu anderen Kindern und desinfiziert euch regelmäßig die Hände.
     
  • Zu Beginn kann den Kindern kurz erklärt werden, was sie erwartet. Es kann ein Zeitpunkt vereinbart werden, an dem sich alle (wieder) treffen. Die Stationen können auch in einer anderen Reihenfolge besucht werden.
     
  • Am Ende könnt ihr über das Erlebte gemeinsam sprechen.
    • Wie geht’s euch jetzt?
    • Gibt es etwas, was ihr in der Gruppe sagen möchtet?
    • Bei welcher Station seid ihr besonders hängen geblieben und warum?
    • Gibt es etwas, was euch beschäftigt oder worüber ihr euch noch Gedanken macht?

Wenn ihr Fragen habt, ist NN. unter (Telefonnr. einfügen) für euch erreichbar.

Bitte noch angeben:

  • Eventuell einfügen, wo sich die Stationen genau befinden
  • Termin
  • Eventuell Zeiteinteilung/Anmeldung + Telefonnummer einfügen

 

Begrüßung

Herzlich Willkommen auf dem Versöhnungsweg!

Wir erfahren in unserem Leben, dass wir manchmal scheitern, nicht richtig handeln und schuldig werden. Diese Erfahrung gehört zum Leben. Doch Gott sagt „ja“ zu uns, so wie wir sind. Machen wir uns auf den Weg der Versöhnung!

Die erste Station findest du ...

 

1. St.: Ich bin gut, wie ich bin

Material: Schöne Kärtchen, gelocht, Schnüre, Stifte, Baum/Strauch, auf dem sie aufgehängt werden können

„Herr, ich danke dir dafür, dass du mich so wunderbar und einzigartig gemacht hast“ (Psalm 139,14)

Damit bist du gemeint: Du bist einzigartig und wunderbar gemacht!

Jede und jeder ist einzigartig und von Gott geliebt. Das hat deine Familie bei deiner Taufe gefeiert, an die du dich wahrscheinlich nicht erinnern kannst, weil du noch ein Baby warst.

Jeder Mensch hat seine Talente und seine unverwechselbaren Eigenschaften.

Aktion: Schreibe mindestens drei Dinge auf, die du gut kannst (auch die Eltern!). Damit das alle sehen, kannst du dein Kärtchen auf den Baum/Strauch hängen. (Wenn die Station draußen ist bzw. Schlechtwetter angesagt ist: Damit du das nicht vergisst, kannst du das Kärtchen mit nach Hause nehmen).

 

2. St.: Am Ziel vorbei

Material: Dartscheibe

Vielleicht warst du mit deiner Familie schon einmal Bogenschießen. Dann weißt du auch, dass es darauf ankommt, möglichst in die Mitte der Scheibe zu treffen. Wenn man daneben trifft, dann bezeichnet man das als „harmatiaden Abstand“. Harmatia ist Griechisch und heißt auf Deutsch übersetzt: „nicht treffen“ oder „ein Ziel verfehlen“.

Auch im Leben treffen wir manchmal daneben, z.B. wenn wir bei einem Streit etwas sagen, das den anderen verletzt. Bei den Stationen auf diesem Weg soll es darum gehen, wie wir damit umgehen, wenn wir danebentreffen und wie wir uns wieder versöhnen können.

Aktion: Versuche den Pfeil auf die Dartscheibe zu werfen.
Du darfst selber entscheiden, wie nah du dich an die Scheibe stellst.
In die Mitte zu treffen ist gar nicht leicht. Das braucht Übung.

 

3. St.: Gefühle

Material: Schredder, Papier, Stifte

Gefühle drücken aus, was du im Inneren spürst. Alle Gefühle gehören zu dir. Es ist ok, dass du einmal Freude empfindest, aber ein anderes Mal traurig bist. Du darfst wütend sein und auch Angst haben. Gefühle teilen etwas mit. Sie alle sind wichtig und dürfen sein.

Manchmal beschäftigen uns Dinge (Sorgen, Ärger), die wir niemandem sagen wollen. Es tut gut, das aufzuschreiben oder zu malen.

Aktion: Du bist eingeladen dir ein Blatt Papier zu nehmen und Dinge, die du gerne loswerden würdest, aufzuschreiben oder zu malen. Anschließend kannst du das Blatt Papier dem Schredder überlassen.

 

4. St.: Freundschaft mit der Umwelt

„Gott sah alles an, was er gemacht hatte: Und siehe, es war sehr gut.“ (Genesis 1,31)

Such dir einen Platz, an dem du ungestört sitzen kannst und der dir gefällt, an dem du dich wohlfühlst. Versuche nun die Natur einmal bewusst wahrzunehmen.

Am Anfang höre in die Natur. Du kannst auch gerne die Augen schließen.
Hör der Natur zu, manche Geräusche sind sehr leise, andere können überraschend laut sein.

  • Was kannst du alles hören?
  • Woher, glaubst du, stammen diese Geräusche?

Versuche jetzt die Natur zu riechen. Vor allem Bäume sprechen miteinander über Düfte. Aber du kennst auch bestimmt die Gerüche neben einem gedüngten Feld.

Wenn du willst, schließe wieder die Augen, halte dir die Ohren zu und rieche in die Umgebung.

  • Was kannst du alles riechen?
  • Wie würdest du diese Gerüche beschreiben?
  • Woran erinnern sie dich?

Aktion: Gott hat uns diese Welt anvertraut, damit wir sie hegen und pflegen wie eine gute Freundin oder einen guten Freund. Wir wollen achtsam mit ihr umgehen.
Was kannst du der Natur Gutes tun? Kommt miteinander ins Gespräch.

Such dir ein „Naturbruchstück“ (Holzrinde, Steinchen, Blätter, o.ä.). Die Natur ist nicht immer heil und ganz und trotzdem schön. Auch aus dem abgebrochenen, dem scheinbar Toten wächst wieder etwas Neues oder es wird fruchtbare Erde.

Lege es hier bei der Station ab.

 

5. St.: Verzeihen oder Nachtragen

Material: Rucksäcke mit Steinen, Plakat, auf dem „Versöhnung“ steht, Stifte

Vielleicht kennst du das? Jemand aus deiner Klasse hat eine blöde Bemerkung gemacht, das hat dir weh getan.

Wenn du dich über jemanden oder etwas ärgerst, wenn dir jemand weh getan hat, dann  kann sich das wie ein schwerer Rucksack auf den Schultern anfühlen.

Es ist gut, diese Gefühle zu spüren, aber wenn etwas Zeit vergangen ist, kann es auch erleichternd sein zu verzeihen.

Aktion: Nimm dir einen Rucksack und trage ihn ein Stück. Gehe denselben Weg ohne Rucksack.
Du merkst sicher den Unterschied.

Male einen Teil eines Buchstabens auf dem Plakat an.

 

6. St.: Versöhnung

Material: Papier, Stifte

Wir kennen es alle: Ein Satz, den ich hätte nicht sagen sollen. Eine Handlung, die falsch war. „Da hab´ich Scheiße gebaut.“

Aktion: Überlege dir im Stillen:

  • Wo oder wem gegenüber hast du dich zuletzt unfair verhalten?
  • Was tut dir leid?

Nimm dir nun einen Zettel und schreibe auf, was du in der Situation hättest besser oder anders machen können. Zum Beispiel: 

  • Was würdest du das nächste Mal anders machen?
  • Was kannst du jetzt im Nachhinein tun, um es wieder gut zu machen?
  • Gibt es eine Geste der Entschuldigung oder Wiedergutmachung, die du jetzt zeigen kannst?
    Zum Beispiel:
    • die Hand geben
    • umarmen
    • ein freundliches Wort sagen
    • sich entschuldigen
    • die Wahrheit sagen
    • wieder miteinander reden
    • für den anderen Zeit haben
    • freundlich anschauen
    • einen Brief schreiben
    • einladen
    • einen neuen Anfang finden
    • Vertrauen wagen

Dieser Zettel ist für dich! Nimm ihn mit, als Erinnerung und als Wegweiser!

 

7. St.: Kraft von oben

Material: Handy, kleine Kerzen

Versöhnung heißt Frieden schließen.

Unser Glaube macht uns darauf aufmerksam, dass wir immer wieder die Chance haben, umzukehren und neu anzufangen.

Aktion: Nimm dir eine kleine Kerze und zünde sie an. Du kannst Gott alles anvertrauen: das, was schön ist und das, was richtig schwer ist. Deine Gedanken, Wünsche, Fragen, Hoffnungen und Ängste kannst du Gott erzählen. Er kann dein Leben hell machen.

Stell deine kleine Kerze zu den anderen Kerzen und hör dir das Lied „So ist Versöhnung“ an.

www.youtube.com/watch

 

8. St.: gelungene Momente

Material: Handy, Papier, Stifte, Pinnwand, Pinn-Nadeln etc.

Auch wenn wir immer wieder mal danebentreffen, gibt es viele Momente im Leben, die einfach gelungen sind, wir sind glücklich. An vielen Orten ist es friedlich und die Menschen verstehen sich.

Das sind Momente zum Herzeigen und Weitererzählen.

Aktion: Welche glücklichen Momente in deinem Leben fallen dir ein?
Stelle dir ein Bild dazu vor.

Welche Überschrift fällt dir dazu ein?
Schreib die Überschrift auf und hänge sie auf die Pinnwand.

Hör dir zum Abschluss noch das Lied „Gottes Mantel“ an:

www.youtube.com/watch

 


Nach dem „Versöhnungsraum“ der kj Diözese Innsbruck, dem Versöhnungsweg der kjs Innsbruck sowie dem Versöhnungsweg der Katholischen Propstgemeinde St. Kornelius, mit freundlicher Genehmigung, überarbeitet von Teresa Mayr.

Du bist ein Schatz!
Auf der Suche nach Alle(r) – Heilige(n)
Auf dem Weg zur Krippe
Komm mit, wir suchen den Schatz der Erstkommunion!
Mit Jesus das Kreuz tragen
Du bist ein Segen!
Halleluja, Jesus lebt!
Du machst mein Leben hell
Miteinander unterwegs
Maiwanderung mit Maria
Teresa Mayr

ist Theologin, Referentin für Jugendspiritualität und ist gerne mit Kindern zusammen.