Miteinander unterwegs

25.03.2021 | von Michaela Druckenthaner
Familien machen sich auf den Weg mit den Emmausjüngern! Mit ihnen unterwegs zu sein bedeutet auch den Schatz der Heiligen Messe zu heben.

In der Geschichte der Emmausjünger spiegeln sich auch die Elemente eines Gottesdienstes: Miteinander als Gemeinschaft unterwegs sein (Eröffnung), das Wort Gottes für das Leben deuten (Wortgottesdienst), miteinander Mahl halten (Eucharistiefeier), gestärkt in die Welt gesendet sein, um das Wort von Jesu Auferstehung hinauszutragen (Sendung).

 

Vorbereitung:

  • Lageplan, an dem eingezeichnet ist, wo die Stationen zu finden sind
  • Entweder Hinweis im Vorfeld: Bitte Brot zum Teilen mitnehmen oder (selbstgebackenes oder gesponsertes) Brot in Papiersäcken zum Mitnehmen auf den Weg zur Verfügung stellen.
  • Weg/Stationen abklären: Darf hier gegangen werden bzw. aufgestellt/aufgehängt, möglicherweise Wegmarkierungen, zum Beispiel mit gelbem Band…
  • Stationentexte laminiert (eventuell in lackierten Pringles-Dosen mit Deckel, kann auch an Bäume gehängt werden)
  • Material in wasserfesten Boxen bereitstellen und kontrollieren.


Zeitraum: flexibel, ab Karsamstag/Ostersonntag. Es ist sinnvoll, jemanden einzuteilen, der gelegentlich nach dem Rechten schaut und gegebenenfalls Materialien nachfüllt.

Hinweis: Bitte achte auf die Einhaltung der aktuellen Corona-Vorsichtsmaßnahmen.

 

Stationen-Übersicht

  1. Traurig über das Geschehene
  2. Den Weg gehen
  3. Miteinander unterwegs
  4. Miteinander Brot teilen
  5. In die Welt tragen


Begrüßung

Herzlich Willkommen zu unserem Weg mit den Emmausjüngern!
Die Emmausjünger haben den auferstandenen Jesus erlebt und nehmen uns mit auf ihrem Weg mit ihm zur Osterfreude.

 

1. St.: Traurig über das Geschehene

Lest den Text aus der Kinderbibel miteinander:

Am gleichen Tag gehen zwei Jünger
von Jerusalem weg nach Emmaus.

Sie sind traurig, weil Jesus gestorben ist.
Die ganze Zeit sprechen sie darüber.

Die Frauen haben gesagt: Das Grab ist leer.
Aber was ändert das? Wer tot ist, bleibt tot.

Text aus: Das große Bibel-Bilderbuch, Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart, mit freundlicher Genehmigung.

 

Miteinander tun:

Die zwei Jünger waren traurig. Jesus war tot, alle Hoffnung war mit ihm gestorben. Wir kennen das Gefühl der Hoffnungslosigkeit, die Trauer über den Tod. Rund um uns gibt es in der Natur noch Abgestorbenes vom letzten Jahr - verdorrte Blätter, abgestorbene Zweige, Samen, die noch nicht zum Leben erwacht sind. Sie sind Zeichen für all das, was uns traurig macht. Wir legen aus Dingen vom alten Jahr, vom Vergangenen, ein Kreuz.

 

Bezug zum Gottesdienst:

Einen Gottesdienst beginnen wir mit dem Kreuzzeichen. Wir bringen unser Leben mit, wenn wir miteinander feiern – auch das Schwere, alles was uns belastet. Wir hoffen, dass es verwandelt wird wie das Kreuz Jesu vom Todeszeichen zum Lebenszeichen.

 

Miteinander beten:

Jesus, deine Jünger waren traurig, als du gestorben bist.
Alle ihre Hoffnungen haben sie mit dir begraben.
In unserer Mitte liegt ein Kreuz.
Wir bringen dir alles, was uns traurig macht.
Verwandle unsere Traurigkeiten in Lebensfreude.
Amen.

 

2. St.: Den Weg gehen

Die Jünger waren miteinander unterwegs und sind Jesus gefolgt. Auf einmal wird er herausgerissen aus ihrer Gemeinschaft. Sie sind ratlos und orientierungslos. Sie verstehen nicht, was passiert ist.
Die zwei Jünger brechen auf, laufen vielleicht auch davon. Im Gehen wird alles leichter und es ändert sich ihre Sicht…

Auch wir sind als Familie miteinander unterwegs. Wir teilen das Leben miteinander, lachen, weinen, streiten und versöhnen uns.

 

Hört miteinander das Lied an:

Wir gehen den Weg Seite an Seite, Christina Stürmer

https://www.youtube.com/watch?v=Tyba2rwOGPw

 

Wir haben Tränen vergossen
Wir haben gelacht und geweint

Wir haben Frieden geschlossen
Und uns wieder vereint

Doch all diese Dinge sind so klein
Denn das Größte, was wir können, ist Mensch zu sein

Und wir gehen den Weg, von hier
Seite an Seite ein Leben lang, für immer…

 

Bezug zum Gottesdienst:

Einer alleine kann nicht Gottesdienst feiern – das geht nur miteinander. Wenn wir am Sonntag zusammenkommen, freuen wir uns, auch manch andere wieder zu sehen, auf das miteinander Singen und Beten. Kommunion kommt von Communio, von Gemeinschaft. Jesus sagt: „Wo zwei oder drei in meinem Namen beisammen sind, da bin ich mitten unter ihnen.“ (Matthäus 18,20)

 

Miteinander tun:

Geht ein Stück in Stille miteinander.
Führt euch ein Stück blind: Einer hat die Augen zu, der andere führt ihn achtsam den Weg.
Nach einer Weile wird gewechselt.
 

 

3. St.: Miteinander unterwegs

Lest den Text aus der Kinderbibel miteinander:

Ein Wanderer kommt.
Er geht denselben Weg.

Er ist Jesus, aber sie erkennen ihn nicht.
Sie erzählen ihm, warum sie so traurig sind.

Jesus sagt zu ihnen:
„Alles ist gekommen, wie Gott es gewollt hat.

So steht es in den Schriften der Propheten.
Warum glaubt ihr nicht?“

Sie kommen nach Emmaus.
Die Jünger bitten den Wanderer:

„Bleib bei uns zur Nacht.“

Text aus: Das große Bibel-Bilderbuch, Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart, mit freundlicher Genehmigung.

 

Bezug zum Gottesdienst:

Die Geschichten aus der Bibel sind Lebens- und Glaubenserfahrungen von Menschen auf dem Weg mit Gott. Sie können uns helfen, auch unser Leben zu deuten und Sinn zu finden.

 

Miteinander reden:

Jesus ist mit den Jüngern gegangen. Sie haben nicht erkannt, wer da bei ihnen ist. Er deutet die Texte der Bibel und macht ihnen mit seinen Worten Mut zum Glauben an die Auferstehung. Jesus macht auch uns Mut zum Glauben.

  • Kennst du das Gefühl, dass da im Gespräch sich auf einmal eine neue Sichtweise auftut? Und etwas leichter wird? Dass dir jemand Mut macht in schwierigen Situationen?
  • Hat dir schon einmal eine Geschichte aus der Bibel geholfen?

Kommt miteinander ins Gespräch.

 

Miteinander hören:

Zwei Jünger gingen

ooe.kjweb.at/2-juenger-gingen

 

4. St.: Miteinander Brot teilen

Lest den Text aus der Kinderbibel miteinander:

Bei Tisch nimmt Jesus das Brot.
Er dankt Gott dafür.
Er bricht es in Stücke und gibt es ihnen.
Da gehen ihnen die Augen auf.
Sie sehen, dass es Jesus ist.
Im gleichen Augenblich ist Jesus verschwunden.
Aber nun sind sie nicht mehr traurig.
Sie sagen zueinander: „Es war Jesus!
Haben wir es nicht schon unterwegs gespürt,
wie er mit uns gesprochen hat?“

Text aus: Das große Bibel-Bilderbuch, Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart, mit freundlicher Genehmigung.

 

Bezug zum Gottesdienst:

Wenn wir im Gottesdienst Brot miteinander brechen und teilen, dann glauben wir fest daran, dass Jesus im Brot bei uns ist und uns nährt und stärkt.

 

Miteinander beten:

Das mitgebrachte Brot wird von jemandem gehalten / in die Mitte auf eine Serviette gelegt.
Lasst uns beten:
Gott des Lebens, wir haben dir Brot mitgebracht.
Beim Teilen des Brotes erkannten die Emmausjünger
Jesus Christus, deinen Sohn.
Auch wir denken an Jesus.
Er ist uns nah im Zeichen des Brotes,
er ist mitten unter uns.
Dafür danken wir durch Jesus Christus, unseren Herrn und Bruder.

Alle: Amen.

 

Miteinander tun:

Teilt miteinander das Brot und genießt es – zumindest am Anfang in Stille.

 

5. St.: In die Welt tragen

Lest den Text aus der Kinderbibel miteinander:

Noch in der Nacht gehen die beiden Jünger zurück nach Jerusalem.
Sie erzählen den anderen Jüngern:
„Jesus lebt, er ist wirklich auferstanden!
Wir haben ihn gesehen.
Wir haben ihn erkannt, als er uns das Brot gab.“
Text aus: Das große Bibel-Bilderbuch, Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart, mit freundlicher Genehmigung.

 

Bezug zum Gottesdienst:

Am Ende des Gottesdienstes werden wir gesegnet und in die Welt gesendet, um mit unserem Leben von Gott und seiner großen Liebe für uns zu erzählen.

 

Miteinander tun:

Nimm dir ein Ostergrußkärtchen (erhältlich im Jungscharbüro), klebe es auf eine Postkarte und schicke jemandem einen Ostergruß!

 

Miteinander beten:

Bitten wir um den Segen:

Gott des Lebens,
du gehst mit uns.

Du gehst mit uns,
wenn wir traurig sind.

Du gehst mit uns,
wenn wir uns freuen.

Sei immer bei uns
mit deiner Kraft und deiner Liebe.

Gib uns Menschen an die Seite,
die uns begleiten,
die uns dich und die Welt erklären,
die uns die Augen öffnen.

Segne uns mit österlicher Freude
wenn wir aufbrechen in den Alltag.

So segne uns Gott, der uns Vater und Mutter ist,
der Sohn und der Heilige Geist.

Alle: Amen. 

 

Schatz suchen:

Als Schatz können noch Rollen mit dem Emmaus-Ausmalbild und einem daran gehängten Schokoladenherz und dem Satz "Brannte uns nicht das Herz in der Brust, als er (Jesus) unterwegs mit uns redete und uns den Sinn der Schrift erschloss?" (Lk 24,32, Einheitsübersetzung) in der Nähe der letzten Station versteckt sein.

 


Texte tw. aus KGG 94: Strahlend wie der Ostermorgen. Schulgottesdienste rund um Ostern, Linz 2012.

Du bist ein Schatz!
Auf der Suche nach Alle(r) – Heilige(n)
Auf dem Weg zur Krippe
Komm mit, wir suchen den Schatz der Erstkommunion!
Mit Jesus das Kreuz tragen
Du bist ein Segen!
Halleluja, Jesus lebt!
Du machst mein Leben hell
Miteinander unterwegs
Maiwanderung mit Maria
Michaela Druckenthaner

ist Theologin und Geistliche Assistentin sowie Kinderpastoralreferentin bei der Katholischen Jungschar Linz.