Mit Jesus das Kreuz tragen

25.02.2021 | von Jungscharbüro
Eltern und Kinder werden eingeladen sich auf einen Karfreitags-Weg zu machen. Die Stationen können bei einem bestehenden Kreuzweg ergänzt werden oder einfach in der Natur aufgebaut werden.
Alter
Alter
7-9 Jahre

Vorbereitung

  • Lageplan, an dem eingezeichnet ist, wo die Stationen zu finden sind
  • Weg/Stationen abklären: Darf hier gegangen werden bzw. aufgestellt/auf gehängt, möglicherweise Wegmarkierungen, zum Beispiel mit violettem oder schwarzem Band
  • Stationentexte laminiert mit Materialien (eventuell in lackierte Pringles-Dosen mit Deckel, kann auch an Bäume gehängt werden)
  • Kreuzwegbilder sind hier zu finden. Eventuell die einzelnen Bilder zum Mitnehmen auflegen (wasserfeste Box).
  • Material in wasserfesten Boxen bereitstellen und kontrollieren.
  • Die Katholische Jungschar Bad Ischl hat die einzelnen Stationen eingesprochen und können hier abgespielt werden.

Zeitraum: flexibel, kann am Karfreitag und Karsamstag aufgebaut bleiben. Es ist sinnvoll, jemanden einzuteilen, der gelegentlich nach dem Rechten schaut und gegebenenfalls Materialien nachfüllt.

Hinweis: Bitte achte auf die Einhaltung der aktuellen Corona-Vorsichtsmaßnahmen (Mund-Nasen-Schutz, Händedesinfektion) und stelle Desinfektionsmittel und Mund-Nasen-Schutz (für den Fall, dass mehrere Familien gleichzeitig in der Kirche sind) zur Verfügung.

 

Stationen-Übersicht

  1. Begrüßung/Einstimmung: Gebet
  2. Jesus wird zum Tode verurteilt;
  3. Jesus fällt unter dem Kreuz
  4. Simon von Cyrene hilft Jesus das Kreuz tragen
  5. Jesus wird ans Kreuz genagelt
  6. Jesus stirbt am Kreuz
  7. Ausblick: Jesus ist auferstanden

Die Stationen sind meist so aufgebaut (außer es legt der Inhalt eine andere Reihenfolge nahe): Dialog zur Station, Impuls zum Tun, Bildbetrachtung und Bitten, Lied. Es kann auch aus der Fülle der Möglichkeiten bei den Stationen ausgewählt werden.

 

1. St.: Begrüßung/Einstimmung

Herzlich willkommen zum Kinder- und Familienkreuzweg.
Ihr findet sieben Stationen am Weg.
Gemeinsam und doch jede Familie für sich „feiern“ wir Karfreitag.
Wir denken an Jesus, der am Kreuz gestorben ist.
Er hat uns gezeigt, dass das Leben den Tod besiegt.

Video: Karfreitag für Kinder erklärt
(Der Kurzfilm "Karfreitag für Kinder erklärt" wird eine Woche vor Karfreitag online sein.)

Gebet: Lest das Gebet abwechselnd oder betet es gemeinsam.

Jesus, Sohn Gottes,
du kennst unser Leben, auch die Seiten, die das Leben oft schwer für uns machen.

Du hast uns aber versprochen:
Ich bin besonders nahe, wenn ihr einsam seid in eurer Angst und Traurigkeit.

Und ich bin auch für euch da, wenn es den Menschen miteinander nicht gut geht, wenn Streit herrscht und wir einander weh tun.

Sei mitten unter uns, wenn wir deinen Weg zum Kreuz nachgehen und das verstehen wollen, was du für uns sein willst und uns mit deinem Tod und deiner Auferstehung zeigen wolltest.

Amen.

Lied: In deinem Namen wollen wir (T/M: Werner Puntigam)
Hier der QR Code zum Lied.

 

2. St.: Jesus wird zum Tode verurteilt

Material: Kiste mit Keramik-Scherben

Dialog zur Station - Lest den Text abwechselnd:

A: Die Schriftgelehrten und Hohepriester bringen Jesus zu Pilatus und wollen, dass er bestraft wird.
B: Warum tun sie das?

A: Sie haben Angst vor Jesus. Jesus begeistert die Menschen. Er bewirkt, dass sie mutig leben und für andere eintreten.
B: Und was passiert, wie entscheidet sich der Statthalter Pilatus?

A: Obwohl er keinen Grund für die Todesstrafe erkennen kann, lässt er es zu, dass Jesus gekreuzigt wird.
B: Und wo sind die Freunde Jesu?

A: Die Freunde Jesu sind nicht da. Es ist sehr schwierig für sie. Wenn sich ganz viele einig sind, wenn alle gegen einen sind, ist es schwierig einzuschreiten oder laut zu protestieren.

Impuls: So ganz allein gelassen und ungerecht behandelt, das macht traurig und wütend. Es ist, als würde etwas zerbrechen. Nimm eine Scherbe aus der Kiste, betrachte sie: Bin auch ich schon einmal ungerecht behandelt worden oder habe jemanden ungerecht behandelt? Ist schon einmal etwas zerbrochen in meinem Leben? Leg die Scherbe aus der Kiste auf einen Haufen.

Bild: 1. Bild des Kölner Kreuzweges

Schauen wir gemeinsam auf dieses Bild, wo Jesus verurteilt wird, und bitten wir:

  • Jesus hilf uns, dass wir uns einmischen, wenn jemand ungerecht oder gemein behandelt wird. Wir bitten dich, erhöre uns.
  • Jesus begeistere uns für deine Botschaft und hilf uns, dass wir für unsere Überzeugung geradestehen. Wir bitten dich, erhöre uns.

Lied: Bleibet hier und wachet mit mir (GL 286)
Hier der QR Code zum Lied.

 

3. St.: Jesus fällt unter dem Kreuz

Dialog zur Station - Lest den Text abwechselnd:

A: Jesu Kreuz ist erdrückend schwer und lastet hart auf den Schultern von Jesus.  Der Weg ist steil und Jesus wird immer schwächer. Schließlich stolpert er und fällt hin.
B: Und die vielen Menschen haben ihm dabei zugesehen! Ich glaube ich würde hier aufgeben. Warum schafft es Jesus wieder aufzustehen?

A: Das ist schwer zu sagen. Was meinst du, was könnte ihm hier geholfen haben?
B: Vielleicht die Angst, dass ihn die Soldaten noch schlechter behandeln. Vielleicht möchte er alles ganz schnell hinter sich bringen.

A: Ich frag mich dann immer: Was hilft mir aufzustehen, wenn es gerade ganz schwierig ist für mich?
B: Also mir hilft es, wenn ich ein Ziel vor Augen habe. Wenn ich zum Beispiel eine gute Note will, dann schaffe ich es leichter, das Lernen durchzuhalten.

A: Vielleicht war das für Jesus auch ganz wichtig in dieser Situation. Er hat für eine Welt gelebt, in der Liebe und Gerechtigkeit ganz wichtig sind. Und wenn er aufsteht und weitergeht, ist es wie wenn er sagen würde: Auch wenn ihr mich noch so quält: Mein Ziel verliere ich nicht aus den Augen. Der Skandal Kreuzweg macht umso deutlicher, wie verkehrt ihr lebt, und wie recht ich habe mit meinem Traum vom Leben.

Impuls: Körperübung: Mach dich ganz klein, blicke zu Boden. Spür nach, wie es sich anfühlt, so nah am Boden (zähle langsam bis zehn). Dann richte dich ganz langsam auf, lass deinen Blick schweifen und richte ihn dann gegen den Himmel. Steh aufrecht da. Wie fühlst du dich jetzt?

Bild: 5. Bild des Kölner Kreuzweges

Schauen wir gemeinsam auf dieses Bild, wo Jesus unter dem Kreuz fällt, und bitten wir:

  • Jesus hilf uns, dass wir nach einem schlimmen Ereignis wieder auf die Beine kommen. Wir bitten dich, erhöre uns.
  • Jesus schenke auch uns die Hoffnung auf eine gerechte, liebevolle Welt. Wir bitten dich, erhöre uns.

Lied: You raise me up auf Deutsch
Hier der QR Code zum Lied.

 

4. St.: Simon von Cyrene hilft Jesus das Kreuz tragen

Dialog zur Station - Lest den Text abwechselnd:

A: Es geht einfach nicht mehr. Jesus ist am Ende seiner Kräfte. Da kommt ein Bauer, Simon von Cyrene, der gerade seine Feldarbeit beendet hat, am Geschehen vorbei. Er wird gezwungen, Jesus das Kreuz zu tragen.
B: Der kommt zufällig vorbei? Ich stell mir das schwierig vor: die ganzen aufgeregten Menschen, die Soldaten, und mittendrin Jesus. Und Simon kommt zufällig vorbei, hat eigentlich gar nichts damit zu tun und soll Jesus helfen.

A: Ja, er muss völlig unvorbereitet helfen. Simon von Cyrene hilft, nicht freiwillig, aber er hilft.
B: Hätte er nicht sagen können: Das will ich nicht, das geht mich nichts an? Oder hätte er sich nicht zumindest umdrehen und davonrennen können?

A: Ich denke schon. Aber Simon drückt sich nicht vor der Verantwortung, Simon bleibt.

Impuls: Such dir einen Stein, trag ihn zu dieser Station. Hier kann ein Steinmanderl entstehen, dass zeigt: Wir tragen miteinander: unsere Sorgen, unser Leid, unsere Verantwortung,…

 Bild: 7. Bild des Kölner Kreuzweges

Schauen wir gemeinsam auf das Bild von Simon, der Jesus hilft, das Kreuz zu tragen, und bitten wir:

  • Jesus hilf uns, dass wir bemerken, wenn Menschen unsere Hilfe brauchen. Wir bitten dich, erhöre uns.
  • Jesus hilf uns, dass wir wie Simon zupacken und ohne lange zu fragen unser Bestes tun, wenn jemand in Not ist. Wir bitten dich, erhöre uns.

Lied: Ins Wasser fällt ein Stein
Hier der QR Code zum Lied.

 

5. St.: Jesus wird ans Kreuz genagelt

Material: Nägel, Hammer, Holzstock

Impuls: Schlag einen Nagel in den Holzstock: Wieviel Kraft da nötig ist… Manchmal sind auch wir wie festgenagelt: in unserer Meinung, im Nicht-Verzeihen-Können,…

Dialog zur Station - Lest den Text abwechselnd:

A: Am Hinrichtungsort angekommen, nageln die Soldaten Jesus an das Kreuz und richten es auf.
B: Es ist für mich unvorstellbar welche Schmerzen Jesus hatte.

A: Ja, es ist völlig unvorstellbar. Und fast noch unvorstellbarer ist, dass Jesus trotz seiner Schmerzen für die bittet, ihm das antun: „Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun.“
B: Er will ihnen verzeihen? Noch in dieser Situation will er denen verzeihen, die ihm das antun? Also wenn mich jemand schwer verletzt, auslacht, nicht ernst nimmt, beleidigt, mir meine Sachen wegnimmt, ich wäre nicht bereit zu verzeihen.

A: Das kann man auch von niemandem so einfach verlangen, das Verzeihen-Können.
B: Nein, das geht nicht. Und es macht mich auch ein bisschen grantig, dass sich Jesus nicht wehrt.

A: Das versteh ich, mir geht’s auch manchmal so. Ist das überhaupt gescheit, dass man sich nicht wehrt, dass man nicht kämpft gegen seine Feinde?! Aber manchmal geht’s mir so, dass ich einfach darüber staune, dass Jesus das Verzeihen so gelingt.

Bild: 10. Bild des Kölner Kreuzweges

Schauen wir gemeinsam auf dieses Bild von Jesus, der aufs Kreuz genagelt wird, und bitten wir:

  • Jesus, Friedenskönig, hilf uns in Situationen, wo uns nur das weiterhilft, dass wir einander verzeihen. Wir bitten dich, erhöre uns.
  • Jesus, gekreuzigter Gott, hilf uns, immer besser zu verstehen, was das Kreuz für uns bedeuten kann. Wir bitten dich, erhöre uns.

Lied: Mach aus mir ein Werkzeug deines Friedens (T: Franz von Assissi)
Hier der QR Code zum Lied.

 

6. St.: Jesus stirbt am Kreuz

Material: Spagat, Bindfaden oder Schüre (aus Naturmaterialien, damit die Kreuze stehen bleiben können und rückstandslos verrotten), Schere/Stanleymesser

Dialog zur Station - Lest den Text abwechselnd:

A: Jesu Tod wird in der Bibel so beschrieben: Gegen Mittag bricht eine Finsternis über das Land herein. Die Sonne verdunkelt sich. Da ruft Jesus laut: „Vater, in deine Hände lege ich meinen Geist!“ Nach diesen Worten stirbt er.
B: Jesus stirbt. Das ist das traurige Ende von Jesu Geschichte.

A: Nun wir wissen heute – besser als die Apostel damals –, dass das nicht das Ende war. Dass das nur der vorläufige Höhepunkt am Karfreitag war.
B: Ein grauslicher Höhepunkt, wenn der, der eigentlich gewinnen sollte, sterben muss…

A: Ja, Gott, denkt immer wieder so ganz anders als wir. Gott stellt alles auf den Kopf. Sieg, Stärke, Macht, Reichtum und Glanz zählen nicht mehr. Jesus will uns Menschen Gutes tun, und das geht nur, wenn er den Tod am Kreuz auf sich nimmt.
B: Das versteh ich nicht. Warum muss jemand für mich sterben, damit er mir Gutes tun kann?

A: Vielleicht lässt es sich ein klein wenig damit vergleichen, was deine Eltern für dich tun wollen. Als du in ihr Leben gekommen bist, haben sie alles auf dich ausgerichtet, sie haben ihr Leben ganz umstellen müssen, haben auch auf vieles verzichtet und ihr Bestes gegeben, damit es dir gut geht. Jesus wollte auch das Beste für die Menschen. Er hat sein Leben für uns gelebt. Und er hat am Schluss sein Wertvollstes gegeben, sein Leben, um uns seine Liebe zu uns zu zeigen.

Impuls: Sucht kleine Äste und bindet sie zu einem Kreuz zusammen.
Wenn ihr fertig seid mit dem Kreuz, haltet einige Momente Stille. Dann steckt euer Kreuz in die Erde rund um diese Station.

Bild: 11. Bild des Kölner Kreuzweges

Jesus, wir stehen mit großer Achtung und Respekt vor dir und versuchen zu verstehen, was dein Tod für uns heute bedeutet. Wir stehen vor dir mit unserem eigenen Leben, das uns geschenkt wurde, und bitten dich:

  • Mach das Kreuz zu einem schönen Zeichen in unserem täglichen Leben, dass wir nicht vergessen, dass Jesus mit liebevollen Augen auf uns schaut. Wir bitten dich, erhöre uns.
  • Lass uns nicht vergessen, dass jeder Mensch wichtig und wertvoll und ein Kind Gottes ist. Wir bitten dich, erhöre uns.

Statt eines Liedes hier Stille halten.

 

7. St.: Jesus ist auferstanden

Dialog zur Station - Lest den Text abwechselnd:

A: Am ersten Tag der Woche kommen mehrere Frauen in der Früh zum Grab, um den Leichnam Jesu noch einmal zu salben, doch das Grab ist leer. Da tritt ein Engel zu ihnen und verkündet: Jesus ist auferstanden. Dann Maria aus Magdala – sie begegnete dem auferstandenen Jesus und hielt ihn zuerst für einen Gärtner. Als er sie beim Namen nannte, erkannte sie ihn. Auch die Jünger, die nach Emmaus gingen, erkannten Jesus nicht sofort.

B: Genau, er ist mit ihnen einen langen Weg gegangen und sie haben mit ihm vieles besprochen. Trotzdem, erst als sie miteinander gegessen haben und das Brot teilten, gingen ihnen die Augen auf und sie erkannten Jesus.

A: Und das erinnert mich wieder an uns heute, dass wir einfach nicht sehen können, wenn uns Jesus begegnen will! Wir erkennen ihn nicht immer gleich, da er manchmal als Gärtner, manchmal als Wanderer, manchmal als Freund in unser Leben tritt. Und ganz sicher ist er da, wenn wir bei der Messfeier das Brot brechen. Das hat er uns versprochen. Daran haben ihn die Jünger erkannt.

Impuls: Suche in der Natur ein Symbol für den auferstanden Jesus (eine Blume, ein leeres Schneckenhaus,…) Legt daraus ein Auferstehungsbild. Mit jeder/m Besuchenden kann es weiterwachsen.

Vater unser: Beten/Singen wir miteinander das Gebet, das Jesus uns hinterlassen hat…

Bild: 14. Bild des Kölner Kreuzweges

Gebet: Lest das Gebet abwechselnd oder betet es gemeinsam.

Jesus, du bleibst nicht im Tod.

Du gibst uns Hoffnung, dass das Leben siegen wird.
Du lebst, du hast dich den Menschen damals gezeigt und zeigst dich auch uns heute.

Sei mit uns, begleite uns, wenn wir uns auf Ostern vorbereiten.
Segne uns und alle, die wir gerne haben, im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.

Amen.

 


Ausgearbeitet und zusammengestellt von der Katholischen Jungschar Bad Ischl.

Du bist ein Schatz!
Auf der Suche nach Alle(r) – Heilige(n)
Auf dem Weg zur Krippe
Komm mit, wir suchen den Schatz der Erstkommunion!
Mit Jesus das Kreuz tragen
Du bist ein Segen!
Halleluja, Jesus lebt!
Du machst mein Leben hell
Miteinander unterwegs
Maiwanderung mit Maria
Jungscharbüro